AgentKit: Warum ich meine Claude Code Tools als Plugin-Marketplace neu gebaut habe

Vor ein paar Monaten hatte ich mir ein eigenes Toolkit für Claude Code zusammengebaut. Shell-Scripts, Custom Commands, spezialisierte Agents — alles was man so braucht, wenn man täglich mit einem KI-Coding-Assistenten arbeitet. Hat funktioniert. War aber halt meine eigene Lösung, zusammengeschraubt so wie ich dachte, dass es Sinn ergibt.

Dann hat Anthropic im Oktober 2025 das offizielle Plugin-System für Claude Code veröffentlicht. Und da war klar: Wenn es jetzt einen Standard gibt, will ich den auch nutzen.

Was ist Claude Code?

Falls du Claude Code noch nicht kennst: Das ist ein KI-Assistent, der direkt in deinem Terminal läuft. Kein Browser-Chat, kein Copy-Paste — du arbeitest in deinem Projekt, und Claude liest deinen Code, schreibt Code, führt Befehle aus. Und du kannst ihn erweitern — mit eigenen Skills, spezialisierten Agents, Automatisierungen.

Mein altes Toolkit

Bevor es das Plugin-System gab, hat sich jeder selbst was gebaut. Ich auch. Mein claude-code-toolkit war ein Shell-basiertes Setup: Ein install.sh-Script, ein Custom Prefix für die Commands, über 25 Agents für verschiedene Aufgaben, eigene Hooks. Hat seinen Job gemacht.

Das Problem war nur: Das war mein privates Ding. Technisch öffentlich auf GitHub, aber in der Praxis hat das niemand benutzt außer mir. Weil — wie auch? Du musstest das Repo klonen, ein Install-Script ausführen, dich mit meiner Ordnerstruktur auskennen. Kein Standard, keine Updates, kein einfacher Weg das mit anderen zu teilen. Und ich war da nicht allein — andere Entwickler hatten ähnliche Lösungen gebaut, jeder auf seine Art.

Das Plugin-System von Claude Code

Was Anthropic da abgeliefert hat, finde ich wirklich gut durchdacht. Ein paar Highlights:

  • Skills & Agents — Du packst Fähigkeiten und spezialisierte Sub-Agents in dein Plugin. Claude erkennt automatisch, wann ein Skill relevant ist, und nutzt ihn. Du musst als Nutzer nichts manuell aufrufen.
  • Marketplace — Jedes Git-Repo kann ein Plugin-Katalog sein. Installieren ist ein Einzeiler: /plugin marketplace add owner/repo. Fertig.
  • Lifecycle — Installieren, aktivieren, deaktivieren, updaten — alles über /plugin in Claude Code. Kein Terminal-Gefummel, kein manuelles Dateien-Kopieren.
  • Namespacing — Jedes Plugin hat seinen eigenen Namespace. Wenn zwei Plugins einen commit-Skill haben, gibt es keinen Konflikt.

Wenn du mit Paketmanagern wie npm oder Homebrew vertraut bist: So ähnlich kannst du dir das vorstellen, nur eben für KI-Erweiterungen. Und wenn du bisher nur die Basis-Version von Claude Code genutzt hast — das hier ist der Punkt, wo es richtig flexibel wird.

AgentKit: Mein Marketplace

Also hab ich mein altes Toolkit genommen und als Plugin-Marketplace neu aufgebaut. Das Ergebnis heißt AgentKit und besteht aus fünf unabhängigen Plugins:

  • ak-core — Task-Completion-Workflows, Refactoring- und Performance-Agents
  • ak-git — Smarte Commits, Conflict Resolution
  • ak-meta — Changelog-Generierung, KI-Kontext-Handoff
  • ak-review — CodeRabbit-Integration für Code Reviews
  • ak-typo3 — TYPO3-spezifische Entwicklung (Content Blocks, SitePackage, Extensions)

Dabei hab ich kräftig entrümpelt. Locker 50% der Features aus dem alten Toolkit sind rausgeflogen — Sachen, die ich im Alltag einfach nie oder nur selten genutzt hatte. Weniger ist manchmal wirklich mehr.

Was mich selbst überrascht hat: Der Umstieg war nicht besonders aufwändig. Kein Build-Step nötig — alles ist reines Markdown, JSON und ein paar Shell-Scripts. Und den Großteil der Migration hat tatsächlich Claude Code selbst erledigt. KI, die ihre eigenen Erweiterungen umbaut. Hat schon was.

Die Installation für andere ist jetzt das, was ich mir immer gewünscht hätte:

/plugin marketplace add redpop/agentkit
/plugin install ak-core@ak-marketplace

Wie geht's weiter?

Erstmal konsolidieren. Bestehende Skills verfeinern, zuverlässiger machen — nicht breiter, sondern tiefer. Und bevor ich etwas Neues baue, schaue ich erst, was es schon gibt. Nicht alles muss in AgentKit landen — manchmal reicht eine Empfehlung für ein gutes Community-Plugin.

AgentKit bleibt mein persönliches Toolkit — öffentlich, weil ich hoffe, dass es andere inspiriert, ihr eigenes Ding zu bauen.

Fazit

Am alten Toolkit war nichts falsch. Es war meins, es hat seinen Job gemacht. Aber wenn es einen Standard gibt, lohnt es sich, den zu nutzen. Nicht weil das Alte schlecht war, sondern weil das Neue es einfacher macht, die eigenen Tools zu pflegen, zu teilen und weiterzuentwickeln.

Claude Code ist mehr als ein Chat im Terminal. Es ist ein System, das du an deine Arbeitsweise anpassen kannst — und mit dem Plugin-System jetzt auch an die Arbeitsweise anderer.

Was ich mitnehme:

  • Standards schlagen Eigenbauten — nicht weil sie besser funktionieren, sondern weil sie einfacher zu pflegen und zu teilen sind
  • Beim Umstieg entrümpeln: Nur mitnehmen, was du wirklich brauchst. 50% weniger Code hat mir nicht wehgetan
  • Die Claude Code Plugin-Architektur ist überraschend schlank — Markdown, JSON, Shell. Kein Build-Tooling nötig
  • KI-Tools erweitern sich nicht von allein — aber sie machen es verdammt einfach, eigene Erweiterungen zu bauen

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